Zuschauerbefragung nach DER GUTE MENSCH VON SEZUAN

Anh Vi Rauwolf vom Kurfürstlichen Gymnasium hat im Rahmen des Schülerprojekts THEATERKRITIK eine Umfrage gestartet. Nach der Vorstellung des Gastspiels DER GUTE MENSCH VON SEZUAN der Schaubühne Berlin sprach sie mit Zuschauern.

In der Woche Junger Schauspieler begeisterten neun Schauspielstudenten der Schaubühne Berlin auf der Bühne des Bensheimer Parktheaters das Publikum mit einer außergewöhnlichen, dynamischen Inszenierung Bertolt Brechts “Der gute Mensch von Sezuan”.

In der chinesischen Provinz Sezuan begeben sich drei Götter auf die Suche nach einem guten Menschen. Die Prostituierte Shen Te nimmt sie für eine Nacht auf, wodurch sich bereits ihre herzensgute Art bemerkbar macht. Von der Belohnung der Götter kauft sie sich einen Tabakladen, der ihr eine Existenz jenseits von Prostitution bieten soll, muss aber schnell bemerken, dass ihr ihre großzügige Art zum Verhängnis und sie Sklave der Ausbeutung wird.

Das Parabelstück wirft die Frage auf, ob es überhaupt möglich ist, bei moralisch aufrechtem Verhalten in einer von Egozentrik geprägten und kapitalistischen Gesetzen unterworfenen Gesellschaft zu überleben und gleichzeitig ein guter Mensch zu sein.

Auf die Frage, ob es vorstellbar wäre, von den Göttern als ein “guter Mensch” bezeichnet zu werden, reagierten einige Zuschauer wie folgt:

„Ich glaube nicht. Es gibt niemanden, der wirklich einfach rein gut ist. Ich würde mich nicht undbedingt als schlechten Menschen bezeichnen. Ich halte mich aber für jemanden, der auch mal ganz gut handeln kann, aber ich glaube einfach nicht, dass es möglich ist, die ganze Zeit gut zu handeln. Letztendlich ist genau das ja auch Thema des ganzen Stückes, dass Brecht die Frage stellt, ob es möglich ist, in unserer Welt gut zu handeln.”

„Schwierige Frage. Mal Ja, mal Nein. Man denkt dann oft zu sehr an sich selbst, nicht an die Anderen.”

 

„*Lacht* Hier nach Brecht, nach dem Stück, ist es schwierig, gut zu sein und gleichzeitig zu leben.“

 

„Ich habe gerade keinen guten Auftrag zu erfüllen, um ein guter Mensch zu sein.“

 

„Oh nein, ich denke, dass es ein Widerspruch in sich ist, ein guter Mensch zu sein. Ich denke, dass zum Menschsein immer dazugehört, dass man nicht per se gut oder schlecht ist. Wobei diese philosophische Frage nicht weiter erörtert werden muss.“

 

Beitrag: Anh Vi Rauwolf
Foto: Schaubühne Berlin

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s