Schülerprojekt: Gibt es gute Menschen?

Die Schüler unseres Schülerprojekts THEATERKRITIK haben sich nach dem Gastspiel DER GUTE MENSCH VON SEZUAN der Berliner Schaubühne mit einer zentralen Fragen des Lebens auseinandergesetzt.

Gibt es gute Menschen?

Mit dieser Frage beschäftigen sich drei Götter und machten sich dafür auf den Weg in die chinesische Provinz Sezuan. „Der gute Mensch von Sezuan“, geschrieben von Bertold Brecht, wurde 4. Februar 1943 in Zürich uraufgeführt und fand am 11. März den Weg zu uns nach Bensheim im Rahmen der Woche der jungen Schauspieler.

Wir, drei Schüler des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums in Bensheim, besuchen zurzeit die Einführungsphase. Insgesamt zwei Deutschkurse unserer Schule nehmen an dem Schülerprojekt der Deutsche Akademie für Darstellende Künste teil und besuchen abwechselnd alle Stücke. Wir, Luca,Dominik und Marcel, sind jedoch mit besonderem Interesse in den „Guten Menschen von Sezuan“ gegangen.

DER GUTE MENSCH VON SEZUAN

Foto: Schaubühne Berlin

Nach dem Theaterstück, welches von der Schaubühne Berlin aufgeführt wurde, kam es zum Gespräch zwischen uns dreien:

Luca: „Wieso habt ihr euch eigentlich für das Theaterstück von Brecht entschieden?“

Marcel: „Als ich gehört habe, dass das Stück, welches in der Woche der jungen Schauspieler aufgeführt wird, eine Neuauflage des Klassikers von Brecht ist, habe ich mich gefragt, wie so ein altes Stück in heutiger Zeit gespielt wird.“

Dominik: „Ich wollte wissen, ob und wie die Frage nach dem guten Menschen in dem Stück beantwortet wird.“

Luca: „Was mich sehr beeindruckt hat, wie viele Leute doch zu einem sehr bekanntem Stück kommen. Das Theater war bis auf wenige Plätze komplett gefüllt.“

Marcel: „ Und dieses Bühnenbild… es war sehr imposant, wobei man sagen muss, dass es eher für größere Bühnen geeignet ist. Jedoch wurde viel mit dem Bühnenbild gearbeitet, weshalb es schlussendlich nicht mehr zu groß wirkte, sondern als Requisite benutzt wurde.“

Dominik: „Wenn am Anfang nicht darauf hingewiesen worden wäre, dass ein Schauspieler aufgrund einer Erkältung nicht anreisen und somit nicht mitspielen konnte, hätte ich es nicht bemerkt. Die schauspielerische Leistung war ausgezeichnet, wodurch dieser Verlust ausgeglichen werden konnte.“

Marcel: „Ich war anfangs sehr skeptisch, ob das Stück aufgrund der langen Dauer nicht etwas langweilig wird, doch ich muss sagen, dass die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu jeder Zeit aufrechterhalten wurde, da er mit in das Stück einbezogen wurde. Dies erzeugten die Schauspieler, indem sie mit ihrer Energie die Bühne zum Beben brachten.“

Luca: „Als ich während des Stückes einen Teil der Zuschauer beobachtete, fiel mir jedoch auf, dass die schrille und laute Inszenierung, was ein wesentlicher Bestandteil des Stückes war, teils dazu führte, dass sich die Zuschauer die Ohren zu hielten.“

Dominik: „Mithilfe einer Nebelmaschine erzeugten sie Rauch, welcher jedoch am Ende ein wenig zu viel wurde, was dazu führte, dass man die Schauspieler von den letzen Rängen aus nicht mehr deutlich erkennen konnte.“

Luca: „Die Spannung wurde bis zum Ende, als Shen Te ihr Doppelleben offenbarte, aufrechterhalten, was dann mit einem tobenden Applaus mehrere Minuten langbelohnt wurde. Wie habt ihr das Stück denn empfunden?“

Dominik: „ Ich fand die Verbindung zwischen einer gewissen Komik und der Leitfrage, welche man sich gerne auch mal im Alltag stellen kann, sehr gelungen.“

Marcel: „Mir hat gut gefallen, dass immer wieder der Bezug zum Publikum hergestellt wurde. Außerdem wurde viel mit Gesang und Licht gearbeitet, was das Stück sehr lebhaft machte.“

Luca: „Obwohl am Ende die Frage offen bleibt, ob die Hauptperson Shen Te (gespielt von Laura Balzer) ein guter Mensch ist, regt die Frage trotzdem zum Nachdenken an und fordert den Zuschauer im Nachhinein nochmals dazu auf, über das Stück und die Frage, wie man ein guter Mensch sein kann, nachzudenken.“

Abschließend können wir sagen, dass das Ensemble auf jeden Fall hervorragend gespielt und untereinander agiert hat, die Inszenierung sehr modern gewirkt hat und es insgesamt ein gelungener Abend war.

 

Von Luca Stoiber, Marcel Göbel und Dominik Niebler

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s