Der Gertrud Eysoldt Ring

Am Samstag wird in Bensheim wieder mal der Gertrud-Eysoldt-Ring verliehen. Was es mit diesem Preis und der Schauspielerin, die hinter dem Preis steckt, auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Seit 1986 vergibt die Stadt Bensheim zusammen mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste den Gertrud-Eysoldt-Ring, ein Vermächtnis des 1981 in Bensheim verstorbenen Theaterkritikers Wilhelm Ringelband, der den Namen der von ihm verehrten Max-Reinhard-Schauspielerin (1870-1955) mit einer Auszeichnung verbunden sehen wollte. Der Preis, der mit 10.000 EUR dotiert ist, wird für eine herausragende schauspielerische Leistung im Theater vergeben.
Zu den bisherigen Preisträger gehören z.B. Ulrich Mühe, Corinna Harfouch, Charly Hübner, Nina Hoss oder Wolfram Koch.

 

Die Jury unter dem Vorsitz von Barbara Frey mit Juliane Köhler und Ulrich Khuon, hat am 4. Dezember ihre Entscheidung bekannt gegeben.
Der Gertrud-Eysoldt-Ring 2017 geht an Sophie Rois.

Bildschirmfoto 2018-03-22 um 20.21.40

Quelle: GVO Media

Aber wer war eigentlich Gertrud Eysoldt?

Gertrud Eysoldt war Schauspielerin und Regisseurin und wirkte mehrere Jahre als Ensemble-Mitglied von Max Reinhard an Theatern wie Meiningen, Dresden, Stuttgart, München, Riga und Berlin.

Geboren wurde sie 1870 in Pirna als Tochter des Politikers Friedrich Arthur Eysoldt.
Ihr Studium absolvierte sie an der königlichen Musikschule München. 1890 gab sie ihr Debüt am Hoftheater in München.

Sie erlangte Berühmtheit durch meisterhaft gespielte Vamprollen.

Foto zur kommerziellen Nutzung

Als Schauspielerin konnte man sie als z.B. Salome, Lulu oder Penthesilea in Werken von Hofmannsthal, Ibsen, Strindberg oder Wedekind erleben.

In den 1920er Jahren unterrichtete sie an der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin rund 2000 Schülerinnen.

Von 1920 bis 1922 war sie Direktorin des Kleinen Schauspielhauses Berlin-Charlottenburg.

Dort setzte sie trotz Zensurverbots die Aufführung von Arthur Schnitzlers Reigen durch, weswegen sie im „Reigenprozess“ verklagt wurde, da man das Stück wegen seines unmoralischen Inhalts verboten hatte.

Gertrud Eysoldt war zweimal verheiratet und war Mutter zweier Söhne.

Kurt-Hübner-Regiepreis

Auf Vorschlag Hans Lietzaus (1991) und später Kurt Hübners (1992 bis 2006) wird anläßlich der Vergabe des Gertrud-Eysoldt-Rings ein mit 5.000 EUR dotierter Förderpreis für Regie in Bensheim vergeben.

Dieser Preis geht in diesem Jahr an die Regisseurin und Schauspielerin Nora Abdel Maksoud für ihre Inszenierung „The Making Of“ am Berliner Maxim Gorki Theater.

Weitere Pressestimmen findet ihr hier:

https://www.welt.de/regionales/hessen/article174643776/Sophie-Rois-erhaelt-Gertrud-Eysoldt-Ring.html

https://www.focus.de/regional/brandenburg/theater-sophie-rois-erhaelt-gertrud-eysoldt-ring_id_8625355.html

 

Beitrag: Marie Helene Anschütz
Foto: zur kommerziellen Nutzung erlaubt

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