Der gute Mensch von Sezuan – Gastspiel Schaubühne Berlin

Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht in einer Inszenierung der Schaubühne Berlin. Eine Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin.

 

Kann man dem Anspruch gerecht werden, ein »guter Mensch zu sein und doch zu leben«? Ist es möglich, sich moralisch aufrecht zu verhalten in einer Gesellschaft, in der überall Egoismus, Korruption, Ausbeutung und Gier nach mehr die Verhältnisse bestimmen? Und ist das Ziel, ein guter Mensch sein zu wollen, überhaupt legitim in einer Welt, in der nicht gleiche Rechte für alle gelten, sondern in der einige Besitz, Rechte und Privilegien genießen, Zugang zu Bildung, Wohlstand, Arbeit und Ressourcen haben, während andere ausgeschlossen, unterdrückt, diskriminiert oder versklavt leben?
Bertolt Brecht schickt in seinem Parabel-Stück drei Götter auf der Suche nach guten Menschen in einer schlechten Welt in die chinesische Provinz Sezuan. Die junge Prostituierte Shen Te bietet ihnen ein Nachtquartier an, ohne dafür etwas zu verlangen und wird von ihnen mit Geld belohnt. Davon kann sie sich eine Existenz jenseits der Prostitution aufbauen, verspricht den Göttern, ein guter Mensch zu bleiben, und eröffnet einen Tabakladen. Doch schon bald müssen Rechnungen bezahlt werden, und Ärmere bitten Shen Te um Hilfe, Unterstützung und Asyl. Die Kosten explodieren und dem Laden droht der Bankrott. Shen Te ist gezwungen, sich ein Alter Ego zu erfinden. Sie verschwindet und kommt in Gestalt ihres Vetters Shui Ta zurück, der auf unternehmerische Härte statt auf Almosen setzt, die Bittsteller im Tabakladen als Arbeitskräfte anstellt, und so den Laden vor der Pleite rettet. Bald verliebt sich Shen Te in den Flieger Sun, der ebenfalls Geld braucht, und erwartet von ihm ein Kind. Noch dazu regt sich der Verdacht der anderen, und ihr doppeltes Spiel als gute, aber mittellose Frau und böser, aber wirtschaftlich erfolgreicher Mann droht aufzufliegen.

Einführung um 19:15 im Foyer!
Besetzung:
Shen Te/Shui Ta: Laura Balzer
Yang Sun/Bruder Wung: Jan Bülow
Erster Gott/Die Witwe Shin/Nichte: Mayla Häuser
Wang/Schwangere Schwägerin: Jan Meeno Jürgens
Zweiter Gott/Hausbesitzerin Mi Tzü/Kind: Tiffany Köberich
Barbier Shu Fu/Neffe: Jan Eric Meier
Dritter Gott/Frau Yang/Mutter: Lea Ostrovskiy
Lin To/Bonze/Großvater: Frederik Rauscher
Arbeitsloser/Polizist: Leander Senghas
Erzähler/Kellner/Vater: Lukas Walcher
Regie: Peter Kleinert
Bühne: Céline Demars
Kostüme: Susanne Uhl
Musik: Hans-Jürgen Osmers
Dramaturgie: Nils Haarmann
Dauer ca. 150 Minuten
Foto: Gianmarco Bresadola
Quelle: Stadtkultur Bensheim

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