ARD Hörspieltage 2018

Rund 10.000 Zuhörer lauschten in der vergangenen Woche zahlreichen Hörspielen bei den ARD Höspieltagen in Karlsruhe.

Die ARD-Hörspieltage sind ein mehrtägiges Hörspiel-Festival, das seit 2004 jährlich im November von den Landesrundfunkanstalten der ARD und des Deutschlandradios, seit 2015 auch des ORF und SRF im ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) in Karlsruhe veranstaltet wird.

Während der Hörspieltage wird der Deutsche Hörspielpreis der ARD, der Publikumspreis ARD-Online-Award, der Nachwuchspreis ARD PiNball, der Deutsche Kinderhörspielpreis und der Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe verlioehen.
Seit 2016 wird zusätzlich ein Preis für die beste schauspielerische Leistung in einem Hörspiel vergeben.

Bei den 15. ARD Hörspieltagen vom 7. bis 11. November 2018 in Karlsruhe standen 12 Hörspiele im Wettbewerb um den Deutschen Hörspielpreis der ARD. Auf großes Interesse stießen die öffentlichen Jurydiskussionen mit Publikumsbeteiligung.

Noch bis heute Abend sind alle nominierten Hörspiele und die Gewinnerstücke hier online kostenfrei zu hören.

Den Auftakt am Mittwoch bildete der Fachtag „Hörspiel macht Schule“ zum didaktischen Einsatz von Hörspielen in Kindergärten, im Schulunterricht oder an der Hochschule. Höhepunkt war die Verleihung von sechs Hörspielpreisen mit einem Preisgeld von insgesamt 18.500 Euro am Samstag.

Der Deutsche Hörspielpreis der ARD ging an das Hörspiel „Die Schuhe der Braut“ von Magda Woitzuck, eine Produktion des ORF. Der Hauptpreis der ARD Hörspieltage ist mit 5.000 Euro dotiert. Er gilt als höchstdotierter Hörspielpreis im deutschsprachigen Raum, da mit ihm auch eine Ausstrahlung in den Kulturradios der beteiligten Sender verbunden ist.

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Foto: ARD

Das Festival endete am Sonntag, u. a. mit der Premiere des Live-Musikhörspiels „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse“ nach dem Kinderbuchklassiker von Christine Nöstlinger und dem musikalischen Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ mit dem SWR Vokalensemble.

Der mit 3.000 Euro dotierte Deutsche Hörspielpreis für die beste schauspielerische Leistung in einem Hörspiel ging an Aljoscha Stadelmann für seine Darstellung in
„Alles Rumi“ (Produktion: Radio Bremen).

Gudrun Hartmann erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Deutschen Kinderhörspielpreis für ihr Hörspiel „Eine Hand voller Sterne“ nach dem gleichnamigen Buch von Rafik Schami (Produktion: HR/WDR). Der Preis wird von der Film- und Medienstiftung NRW und den Landesrundfunkanstalten der ARD getragen, mit Unterstützung der Stadt Wuppertal.

Die Nutzer der Webseite hoerspieltage.ARD.de und die Besucher der Hörspieltage bestimmten Felix Kubins Hörspiel „Die Maschine steht still“ (Produktion: NDR) zum Gewinner des Publikumspreises „ARD Online Award“ (2.500 Euro).

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Foto: ARD

Eine Karlsruher Kinderjury zeichnete das Hörspiel „Ab nach Paris!“ von Bernd Gieseking (Produktion: HR/BR) mit dem Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe aus (2.000 Euro).

Der mit 1.000 Euro dotierte Preis „ARD PiNball“ für freie Produzenten ging an Till Großmann, Nick-Julian Lehmann und Marie-Charlott Schube für ihr Kurzhörspiel „Nur Berlin ist auch zu viel (3)“.

 

 

 

Beitragsbild: Pixabay

Die Gewinner des FAUST 2018

Am vergangenen Samstag wurde im Theater Regensburg zum 13. Mal der Deutsche Theaterpreis, DER FAUST verliehen.

Die Gala fand im Regensburger Velodrom und die After-Show-Party auf der Bühne des Theater Regensburg statt. Begleitet von ihrer Band Die Klischewetzkis führte die Schauspielerin und Sängerin Genija Rykova durch den Abend.

Hier kommen nun die Preisträger und die Jurybegründungen des FAUST 2018:

Regie Schauspiel
Thorleifur Örn Arnarsson
Thorleifur Örn Arnarssons „Die Edda“ am Staatsschauspiel Hannover macht das Theater zum Erfahrungsraum einer fremden Welt. In einem unglaublich weitgespannten Erzählbogen vom Schöpfungsmythos zum persönlich erfahrenen Weltuntergang bindet er zwei Enden von existentieller Welterfahrung zusammen. Hier werden elementare Fragen unserer Herkunft und unseres Schicksals verhandelt und in eine persönliche Biografie überführt. Herausragend ist auch die Ensembleleistung unter Arnassons Führung sowie die Sprachbehandlung bei der Umsetzung dieses großen Stoffes. Er erzählt mit großen theatralen Mitteln von einer fremden Welt, setzt diese in Reibung zu unserer heutigen und macht sie so für uns erfahrbar.

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Foto: Markus Nass

Darstellerin/Darsteller Schauspiel
Barbara Nüsse
Die Schauspielerin Barbara Nüsse dirigiert mit großer Souveränität und Selbstverständlichkeit den gesamten Abend. Als Zauberer Prospero in „Der Sturm“ am Thalia Theater Hamburg bleibt sie aber trotz dieser Souveränität und Abgeklärtheit eine ganz eigene, zarte Figur, die gegenüber dem Geschehen durchlässig und verletzlich ist. Schalkhaft, spröde und sanft evoziert diese Schauspielerin ganze Welten mit scheinbarer Leichtigkeit. Allein mit der Sprache erschafft und vergegenwärtigt sie einen eigenen Spiel-, Phantasie- und Gefühlsraum. Mit dieser Auszeichnung hat die Jury auch das herausragende Lebenswerk der Schauspielerin im Blick.

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Foto: Markus Nass

Regie Musiktheater
Tobias Kratzer
Tobias Kratzers „Götterdämmerung“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe zeigt eine seltene konzeptuelle Stimmigkeit und Genauigkeit. Trotz der Schwere Wagners gelingt ihm eine Leichtigkeit der Inszenierung, die die Musik scheinbar tanzen lässt. Seine Regie sprüht vor Ideen, die aber niemals Selbstzweck sind, sondern von spielerischer Leichtigkeit und gleichwohl interpretatorischer Ernsthaftigkeit. Mittels einer hervorragenden Sängerführung gelangt Kratzer so zu einer ungeheuren darstellenden Intensität. Er reflektiert die Sparte Oper auf einer Metaebene ohne dabei selbstreferentiell zu werden und entwickelt eine Figurenhandlung, die uns nachvollziehbare Menschen auf der Bühne zeigt. Tobias Kratzer ist mit dieser Inszenierung eine starke Setzung, ein absolut eigenständiges Statement gelungen.

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Foto: 3SAT/Kobalt

Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater
Matthias Klink
Matthias Klink spielt wunderbar unprätentiös mit dem Ensemble. Als Gustav von Aschenbach in „Tod in Venedig“ an der Oper Stuttgart/dem Stuttgarter Ballett gelingt es ihm, sich Aschenbachs einsamen Raum anzueignen und ganz und gar zu seinem eigenen zu machen. Er ist ein phantastischer Darsteller, der jenseits jeder Opernfloskel, direkt und persönlich über verschiedene Ebenen mit Stimme, Gestus und Bewegung, seinen ganzen Körper benutzt und zur Verfügung stellt. Dabei interagiert er mit großer Entschiedenheit und Klarheit mit den Bühnenpartner*innen (Sänger*innen, Tänzer*innen und Orchester). Matthias Klink zeigt eine herausragende sängerische Einzelleistung und bleibt dabei im besten Sinne ein großer Ensemblespieler.

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Foto: 3SAT/Kobalt

Choreografie
Sharon Eyal
Sharon Eyal erschafft in „Soul Chain“ am Staatstheater Mainz ein zeitgenössisches Ballett der Gegensätze: Sie kontrastiert Gruppe und Individuum, Sexualität und Geschlechterneutralität, archaische Kreatur und Clubgänger. Es gelingt ihr auf einem streng-formalen Weg einen Sog und eine emotionale Dichte zu erzeugen, die ein Gefühl von Entfesselung in sich tragen. Die 17 Tänzer*innen performen derart energiegeladen, dass sich ihre körperliche Spannung über den Bühnenrand hinweg direkt auf den Zuschauer überträgt. „Soul Chain“ ist eine zeitgenössische Choreografie auf allerhöchstem Niveau, in der Sharon Eyal eine ganz eigene Bewegungssprache etabliert. Diese könnte sich als zukunftsweisend für den Tanz erweisen.

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Foto: 3SAT/Kobalt

Darstellerin/Darsteller Tanz
Ramon A. John
Ramon A. John illustriert nicht, spielt nicht. Ramon A. John tanzt. In „Eine Winterreise“ vom Hessischen Staatsballet (Hessisches Staatstheater Wiesbaden/ Staatstheater Darmstadt) entwickelt er eine Interpretation des „Wanderers“, die auf einen Überschuss an Bedeutung verzichtet und dennoch eine große Projektionsfläche bietet. Johns Tanz und Bewegungen erzählen uns alles, was wir über diese Figur wissen müssen, die er mit großer Präsenz auf die Bühne bringt. Er bewegt sich immer mehrdimensional in alle Richtungen gleichzeitig und in jedem Augenblick in Bezug zum Raum. Das macht ihn gleichzeitig groß und verloren. Er nutzt die Gravität und bleibt geerdet und trotzdem erscheint er leicht, mit großer Transparenz und Durchlässigkeit. All dies macht Ramon A. John zu einer außergewöhnlichen tänzerischen Persönlichkeit.

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Foto: Markus Nass

 

Regie Kinder- und Jugendtheater
Martina van Boxen
Martina van Boxen macht mit „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“ am jungen Schauspielhaus Bochum aus einem Kinderbuch ein großes Theaterereignis. Im Zentrum steht die Übersetzung der Geschichte in ein feines Puppenspiel, das liebevoll, bis ins kleinste Detail gestaltet ist. Mit hohem Rhythmusgefühl und großer Musikalität ist die Interaktion von Schauspielern und Puppe durchinstrumentiert, komponiert und choreografiert. Die Geschichte lässt sich intensiv auf den Stoff ein, das Thema Flucht wird klug in die Vorstellungswelt der Kinder eingebunden. Die Jury würdigt mit dieser Auszeichnung auch die langjährige Aufbauarbeit der Regisseurin im Kinder- und Jugendtheater in Bochum.

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Foto: Markus Nass

Bühne/Kostüm
Jana Findeklee / Joki Tewes
Die Kostüme von Jana Findeklee und Joki Tewes für „Wilhelm Tell“ am Schauspiel Köln schaffen Ambivalenzen. Die wattierten Kostüme mit Versatzstücken aus der Gegenwart und vielen Details zum Hinschauen, stehen in starkem Kontrast zur Bühne, zur nüchternen Härte des engen Raumes und zur strengen metronomisierten Sprechweise. Die verspielten und leichten Kostüme sorgen für Aufmerksamkeit auf diese starken Figuren, autochtone Alpenindianer in ihrer kraftvollen, lebendigen Körperlichkeit. Die Arbeit von Jana Findeklee und Joki Tewes in Köln ist ein Beleg dafür, welch inhaltliche Relevanz Kostüme gewinnen können und wie sie, auf einer eigenen Ebene zu erzählen vermögen.

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Foto: Markus Nass

 

Lebenswerk
Mit dem Preis für das Lebenswerk geehrt wurde Aribert Reimann.
Die Laudatio auf den Ehrenpreisträger hielt Musikkritikerin und Journalistin Dr. Eleonore Büning. „Es ist mir eine große Ehre und Freude den FAUST 2018 für das Lebenswerk zu erhalten, und ich freue mich sehr in Regensburg zu sein, um bei der Veranstaltung im Velodrom mit allen Preisträgern, Opern- und Theaterfreunden zu feiern“, so Aribert Reimann.

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Foto: Markus Nass

 

Perspektivpreis
Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr ein Perspektivpreis vergeben.
Ausgezeichnet wurde die Aktion „40.000 Theatermitarbeiter*innen treffen ihre Abgeordneten“.
Über den Preis hat eine eigens dafür eingesetzte Jury entschieden. Ihr gehören eine Vertreterin des ausrichtenden Bundeslandes, Dr. Kathrin Mädler (Intendantin des Landestheater Schwaben), und des Künstlerischen Ausschusses des Deutschen Bühnenvereins, Nicola May (Intendantin des Theaters Baden-Baden), an, außerdem der Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Prof. Dr. Markus Hilgert, und Bühnenvereins-Präsident Prof. Ulrich Khuon.

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Foto: Markus Nass

 

 

Quelle: Deutscher Bühnenverein
Fotos: Markus Nass, 3SAT/Kobalt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Preisträger-Jury 2018

Die Preisträger-Jury besteht aus fünf Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Der deutsche Theaterpreis würdigt die Leistungs- und Innovationskraft der hiesigen Theaterlandschaft, schließlich hat Deutschland eine der größten und bedeutendsten Theaterszenen weltweit. Neben den Nominierten werden wie in den letzten Jahren zahlreiche prominente Gäste aus Theater, Film und Fernsehen erwartet. Erst am Abend der festlichen Verleihung am 03. November 2018 werden die Namen der Gewinner bekannt gegeben, die Vergabe erfolgt in acht Kategorien, unter anderem Regie, Darsteller oder Bühne/Kostüm. Außerdem wird der Preis für das Lebenswerk und in diesem Jahr zu ersten Mal der Perspektivpreis der Länder vergeben.

Eine Jury aus künstlerischen Berichterstattern und dem Ausschuss für Künstlerische Fragen des Deutschen Bühnenvereins, bestehend aus Intendanten, Ballettdirektoren, Regisseuren, Dramaturgen und Kulturpolitikern, nominiert aus den eingehenden Vorschlägen für jede der einzelnen Kategorien drei Künstler.
Über diese Vorschläge stimmt eine fünfköpfige Jury, die aus Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste besteht, ab.
Diese Jury stellen wir Euch im heutigen Beitrag vor.

 

Prof. Regina Guhl

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Foto: J.J.Kucek

Bevor sie Professorin für Dramaturgie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover wurde, war sie Chefdramaturgin und Stellvertreterin des Schauspielintendanten am Staatstheater Hannover und im Anschluss in gleicher Funktion am Schauspielhaus Graz. Sie war Dramaturgin bzw. Chefdramaturgin an den Schauspielhäusern in Bremen und Lübeck sowie dem Thalia Theater Hamburg. Erste Berufserfahrungen machte sie nach ihrem Studium als Dramaturgieassistentin an die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin unter den Direktoren Luc Bondy und später Jürgen Gosch.

Peter Michalzik

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Foto: Manfred Kötter

Der Autor, Journalist und langjährige Theaterkritiker ist Verfasser mehrerer Bücher, zuletzt „1900“, ein historisches Buch zur Frage des guten Lebens. Michalzik ist Gastprofessor für „Performance und Autorschaft“ an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und Dozent am Mozarteum in Salzburg. Für das Nationaltheater Mannheim schrieb er die Trilogie „Mannheim Arrival“, „Spiel ohne Grenzen“ und „Theben: Mannheimer Geschichten“. 2014 hat er die Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“ in Wiesbaden und die „Autorentheatertage“ in Berlin kuratiert. Michalzik war Mitglied der Theatertreffenjury und der Jury der Mülheimer Stücke. Er ist Mitglied in der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und im Kuratorium des Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Jürgen Flügge

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Der Dramaturg, Theaterregisseur, Autor, Dozent und Theaterintendant ist Dozent für Theatertheorie an der Theaterakademie Mannheim, sowie Leiter und Regisseur des von ihm gegründeten HOF-THEATER-TROMM. Er arbeitete als Dramaturg und Intendant in München, Esslingen und Braunschweig sowie als freier Regisseur unter anderem in Wien, Zagreb, Wiesbaden, London und Kiel. Flügge ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim und Ehrenmitglied der ASSITEJ und des Fonds Darstellende Künste Berlin.

Sylvana Seddig

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Foto: Peter Hartwig

Sylvana Seddig wurde 1985 in Köln als Deutsch-Griechin geboren. Sie studierte Zeitgenössischen Tanz an der ArtEZ Hogeschool voor de Kunsten, Arnhem. Sie arbeitete bereits an der Volksbühne Berlin, den Münchner Kammerspielen, dem Schauspiel Köln, dem Schauspiel Frankfurt, dem Schauspiel Wuppertal und der Hamburger und der Berliner Staatsoper, wo sie mit den Regisseuren Pucher, Nübling, Voges, Marthaler, Mondtag und Hüster zusammenarbeitet. Sylvana Seddig ist Faustpreisträgerin in der Kategorie Beste Darstellerin Tanz 2017. Auch in der Fachzeitschrift „TANZ“ wurde Sylvana Seddig als „Hoffnungsträgerin der Tanzkunst“ sowie als „Newcomer“ ausgezeichnet.  In der aktuellen Spielzeit 18/19 pendelt sie als Gast im Wechsel zwischen dem Thalia Theater Hamburg und der Volksbühne Berlin.

Barbara Mundel

Barbara Mundel, geboren 1959 in Hildesheim, Studium der Neueren deutschen Literatur, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft, arbeitet seit den 80er Jahren als Dramaturgin mit den Stationen Theater Basel, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin und Münchner Kammerspiele sowie als Regisseurin mit Schwerpunkt im Musiktheater, unter anderem an der Oper Frankfurt und den Salzburger Festspielen. Von 1999 bis 2004 war sie Direktorin des Luzerner Theaters, von 2006 bis 2017 Intendantin am Theater Freiburg. Die Theaterregisseurin ist noch Dramaturgin der Ruhrtriennale, wird aber bald die Intendanz der Münchner Kammerspiele übernehmen, wo sie bereits als Chefdramaturgin gearbeitet hatte.

Quelle: 3SAT
Fotos: Deutscher Bühnenverein

Die Nominierten für den FAUST 2018

Hiermit stellen wir Euch, gemeinsam mit dem Deutschen Bühnenverein und 3SAT, die Nominierten für den Faust dieses Jahr vor.

Grundlage für die Vergabe des Preises sind Vorschläge der Theater, es ist also ein Preis der Theater für ihre Künstler. Ein Theater darf jedoch keine eigene Produktion vorschlagen. Eine Jury aus künstlerischen Berichterstattern und dem Ausschuss für Künstlerische Fragen des Deutschen Bühnenvereins, bestehend aus Intendanten, Ballettdirektoren, Regisseuren, Dramaturgen und Kulturpolitikern, nominiert aus den eingehenden Vorschlägen für jede der einzelnen Kategorien drei Künstler.
Über diese Vorschläge stimmt eine fünfköpfige Jury, die aus Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste besteht, ab.

Hier kommen die Nominierten für den FAUST 2018:

Regie Schauspiel

Thorleifur Örn Arnarsson
„Die Edda“, Staatsschauspiel Hannover

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Jo Fabian

„Onkel Wanja“, Staatstheater Cottbus

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Yael Ronen

„Roma Armee“, Maxim Gorki Theater Berlin

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Darstellerin/Darsteller Schauspiel

Katja Bürkle
Franz Moor in „Die Räuber“, Bayerisches Staatsschauspiel München

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Wolfram Koch
Richard Herzog von Gloucester, König Richard III. in „Richard III.“, Schauspiel Frankfurt

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Barbara Nüsse
Prospero in „Der Sturm“, Thalia Theater Hamburg

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Regie Musiktheater

Martin G. Berger
„Faust (Margarete)“, Theater und Orchester Heidelberg

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Stefan Herheim
„Wozzeck“, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg

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Tobias Kratzer
„Götterdämmerung“, Badisches Staatstheater Karlsruhe

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Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater

Amira Elmadfa
Clorinde in „Rivale“, Staatsoper Berlin, unter Beteiligung des Staatstheaters Braunschweig

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Dshamilja Kaiser
Penthesilea in „Penthesilea“, Theater Bonn

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Matthias Klink
Gustav von Aschenbach in „Tod in Venedig“, Oper Stuttgart/Stuttgarter Ballett

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Choreografie

Sidi Larbi Cherkaoui
„Satyagraha“, Komische Oper Berlin, Koproduktion mit dem Theater Basel und der Opera Vlaanderen

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Sharon Eyal
„Soul Chain“, Staatstheater Mainz

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Sasha Waltz
„Kreatur“, Sasha Waltz & Guests, Koproduktion mit Festspielhaus St. Pölten, Les Théatres de la Ville de Luxembourg und Opéra de Dijon, made in Radialsystem

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Darstellerin/Darsteller Tanz

Adhonay Soares da Silva
in „Dances at a Gathering“ und in „Initialen R.B.M.E.“ im Rahmen des Zweiteilers „Begegnungen“, Stuttgarter Ballett

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Ramon A. John

Wanderer in „Eine Winterreise“, Hessisches Staatsballett (Hessisches Staatstheater Wiesbaden / Staatstheater Darmstadt)

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Stephanie Troyak
Anna in „Die sieben Todsünden“, Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

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Regie Kinder- und Jugendtheater

Anselm Dalferth
„Wie klingt Nimmerland?“, Junges Theater Münster

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Anna Konjetzky
„Running“, Theater Heilbronn

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Martina van Boxen
„Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“, Junges Schauspielhaus Bochum

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Bühne/Kostüm

Alexandre Corazzola
Bühne/Kostüm „Frühlings Erwachen“, Schauburg München

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Jana Findeklee / Joki Tewes

Kostüme „Wilhelm Tell“, Schauspiel Köln
Eine Koproduktion mit dem Theater Basel

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Jo Schramm
Bühne „Medea“, Staatsschauspiel Hannover

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Lebenswerk

Den Preis für das Lebenswerk erhält Aribert Reimann.

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Aribert Reimann,
geboren am 04. März 1936 in Berlin, hat ein zahlreiche Gattungen und Formen umfassendes Œuvre vorgelegt. Am Anfang seiner Karriere als Bühnen-Komponist stand die Zusammenarbeit mit Günter Grass. Mit „Ein Traumspiel“ nach August Strindberg begann 1965 seine Arbeit als Opernkomponist. In den folgenden Jahrzehnten tat er sich als Komponist wichtiger Literaturopern hervor: u.a. „Melusine“ (1971 Schwetzinger Festspiele), „Lear“ nach William Shakespeare (1978 München),
„Die Gespenstersonate“ wieder nach August Strindberg (1983 Berlin), „Troades“ nach Euripides in der Fassung von Franz Werfel (1986 München). Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland. 2011 wurde ihm der Ernst von Siemens Musikpreis für sein Lebenswerk zugesprochen. Zuletzt wurde an der Deutschen Oper Berlin im Oktober 2017 seine Trilogie lyrique nach Maurice Maeterlinck „L’Invisible“ uraufgeführt.

 

 

Quelle: Deutscher Bühnenverein
Fotos: 3SAT/ Kobalt

DER FAUST – der Theaterpreis

Seit 2006 wird jährlich DER FAUST, der deutsche Theaterpreis verliehen.
Ein Hauch von Hollywood zieht in die Theatersäle ein und versammelt Theaterschaffende, Akademiemitglieder und Nominierte um an der feierlichen Gala um den wichtigsten Theaterpreis teilzunehmen.

Die Preisvergabe erfolgt in den Kategorien:

Regie Schauspiel
Darstellerin/Darsteller Schauspiel
Regie Musiktheater
Sängerdarstellerin/Sängerdarsteller Musiktheater
Choreografie
Darstellerin/Darsteller Tanz
Regie Kinder- und Jugendtheater
Bühne/Kostüm

Darüber hinaus gibt es einen Preis für ein Lebenswerk. Außerdem kann ein Sonderpreis für andere Leistungen, die im Theater herausragende Bedeutung haben, vergeben werden.

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Der FAUST 2017 in Leipzig

Dieses Jahr wird der Deutsche Theaterpreis DER FAUST am 3. November in Regensburg vergeben.

Alle Informationen zur Preisverleihung und die Nominierten für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2018.

Durch den Abend führt in diesem Jahr Genija Rykova. Rykova wurde im sibirischen Irkutsk geboren und hat an der Bayerischen Theaterakademie August Everding Schauspiel und Gesang studiert. Neben ihrem Engagement am Münchner Residenztheater ist sie Frontfrau der russischen Jazzband „Die Klischewetzkis“.

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2017 moderierte der Schauspieler Christian Friedel die Gala

Der FAUST ist eine Veranstaltung des Deutschen Bühnenvereins in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und – im jährlichen Wechsel – einem Bundesland, in dessen Landeshauptstadt auch die Preisverleihung stattfindet.

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Die Preisträger 2017

Quelle & Fotos: Deutscher Bühnenverein

WER IST WIR? Carola Hannusch

Heute stellen wir Euch ein neues Mitglied unseres Auswahlgremiums für die WOCHE JUNGER SCHAUSPIELER*INNEN 2019 vor. Die Dramaturgin Carola Hannusch.

Carola Hannusch studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Anglistik in Bochum. Sie war zwei Spielzeiten lang Schauspieldramaturgin an der Landesbühne Niedersachsen Nord in Wilhelmshaven und wechselte 2002 in gleicher Funktion ans Hessische Staatstheater Wiesbaden. Dort war sie seit der Spielzeit 2007/08 zudem Mitglied der Schauspielleitung. Zur Spielzeit 2010/11 wechselte sie ans Schauspiel Essen und ist dort seitdem als Dramaturgin und Mitglied der künstlerischen Leitung tätig.Seit 2014 unterrichtet sie Theatergeschichte an der Folkwang Universität der Künste in Essen.

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Foto: Albi Fouché

Auch Carola haben wir unsere drei obligatorischen Fragen über Theater gestellt.
Hier kommen ihre Antworten:

  1. Theater ist für mich politisch, zeitgemäß und lebendig.
  2. Schauspieler sind Spieler, Denker und Macher, Künstler und Handwerker, Perfektionisten und Improvisierer, 1000 Andere und immer sie selbst, fremd und authentisch – kurz: Herz und Motor einer Theaterinszenierung.
  3. Wir brauchen künstlerische Formen mehr denn je, weil unsere Gegenwart immer unübersichtlicher wird. Direkte Kommunikation verläuft zunehmend gestört, wird von Hass, Vorurteilen und Lügen geprägt. Eine künstlerische Umsetzung bzw. Übersetzung kann helfen, unsere Gegenwart besser zu verstehen – oder zu ertragen.

 

Foto: Albi Fouché

 

Auf nach Bensheim!

Wir sind zurück aus der Sommerpause und bereiten die nächste Woche Junger Schauspieler*innen vor.

Im März 2019 findet zum 24sten Mal die „Woche junger Schauspieler*innen“
im südhessischen Bensheim statt. Das Festival, das 1996 von Günther Rühle gegründet wurde, ist ein Festival der Schauspielkunst und legt den Fokus ganz auf das Können der jungen Darsteller*innen.
Der mit  3.000,- EUR dotierte „Günther-Rühle-Preis“ zeichnet die beste schauspielerische Leistung im Rahmen dieses Festivals aus.

Schauspielausbildung und –arbeit unterliegen seit geraumer Zeit einem enormen Anforderungs- und Profilwechsel. Vom psychologischen Kammerspiel bis zur Performance, von individueller Gestaltung bis zur chorischen Perfektion, von Einfühlung bis zur (epischen) Distanzierung, vom Verkörpern klassischer Dramenfiguren bis zur Autorenschaft – das Spektrum junger Schauspielkunst ist im steten Wandel.
Es ist nun das Anliegen der “Woche junger Schauspieler*innen”, fünf repräsentative Beispiele für gegenwärtige Spielweisen und Entwicklungen junger Schauspielkunst aufzuspüren. 

Prof. Dr. Dagmar Borrmann (Ausbildungsdirektorin Schauspiel HfMDK,  Frankfurt), Carola Hannusch (Dramaturgin, Theater Essen) und Marlene Anna Schäfer (freie Regisseurin),  stellen das Festivalprogramm zusammen und sichten ab sofort bis Ende November 2018 mögliche Vorschläge von Theatern, Schauspielschulen und der freien Szene.

 

Die Rahmenbedingungen:

–  die tragenden Rollen sind mit jungen Schauspieler*innen unter 30 Jahren besetzt,

–  die Gesamtkosten für ein Gastspiel betragen max. 5.000,- EUR (inkl. Übernachtungen, Transporte etc.),

– das Gastspiel kann im März 2019 an einem der folgenden Termine im Parktheater Bensheim gezeigt werden:  6. – 11., 13., 14., 17. – 29. und 31.

– es kann mit den technischen Gegebenheiten vor Ort realisiert werden: http://www.stadtkultur-bensheim.de/parktheater/sitzplan-hinweise-buehnenplaene/hinweise-fuer-veranstalter-buehnenplaene/plaene/

Wir freuen wir uns auf Vorschläge/ Einreichungen mit folgenden Unterlagen:

–          Besetzungsliste

–          Kurze Erläuterung zu Konzept und Idee

–          Presseberichte (falls vorhanden)

–          Evtl. Aufführungstermine für Sichtungen im Oktober/November und/oder

–          eine Aufzeichnung der Inszenierung auf DVD (3 Ex.) oder per download/Link

 

Entweder per Mail an: akademie@darstellendekuenste.de oder per Post an:
Deutsche Akademie der Darstellenden Künste, Holzstr. 2, 64283 Darmstadt

 

Veranstalter der „Woche junger Schauspieler*innen“ ist die deutsche Akademie der Darstellenden Künste gemeinsam mit der Stadt Bensheim, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Sparkasse Bensheim und dem Land Hessen.

 

Foto: Parktheater Bensheim